Einen sicheren Nachweis über das Bestehen der Schützengilde 1593 Freienhagen e.V.,
zumindest ab 1593, liefert die Schützenordnung aus dem selbigen Jahr. Diese Schützenordnung
ist, wie es heißt, „aufgerichtet und bestätigt durch den hochgeborenen Grafen zu Waldeck und Pyrmont, mit eigener Handunterschrift und mit dem hochgräflichen Sekret versiegelt. Dieses
ist so geschehen am 30. Juli 1593.“
Zweck des Freienhagener Schützenfestes war es, den kriegerischen Geist zu erhalten, die Einigkeit zu fördern und die Liebe zur Heimat zu erhöhen. Die Schützenordnung von 1593, sowie die Schützenlade aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, sind noch heute vorhanden und werden als Schatz vom Schützenvorstand aufbewahrt.
Nach der Freienhagener Schützenordnung sollte jeder Bürger mit Gewehr, 20 Kugeln und dem nötigen Pulver, sowie mit einem scharfen Schwert versehen sein, damit er die Vaterstadt gegen Fehdezüge der Raubritter und gegen Übergriffe der Nachbarstädte verteidigen konnte.
Als, bedingt durch die Entwicklung des Kriegswesens, eine wirkungsvolle Verteidigung der Stadt durch ihre Bürger und Schützen nicht mehr möglich war, diente und dient die Schützengilde mit ihrem großangelegten Freischießen der Repräsentation des Bürgetums, der Geselligkeit und dem sportlichem Wettkampf. Einer der wichtigsten Punkte ist das Bewahren alter Tradition für die nachfolgenden Generationen.
Ab 1745 finden sich konkrete Aufzeichnungen über abgehalten Freischießen im Schützenbuch der Stadt. Im Laufe des Bestehen der Schützengilde wurde der Begriff „Schützenfest“ durch den Begriff „Freischießen“ ersetzt. Die Schützenfeste der Schützengilde Freienhagen stellten in der Vergangenheit besondere Marksteine in der Geschichte der Stadt Freienhagen dar, so das alle Bürger Freienhagens diese als ihre Feste bezeichnen. Den Stellenwert des Freischießen erkennt man schon daran, dass Schützenbrüder und ehemalige Bürger der Stadt aus der ganzen Welt anreisen, um an dem Fest teilzunehmen.
Derzeit sind in der Schützengilde fast 240 Mitglieder in der Männerkompanie eingeschrieben. Bei dem eigenen Freischießen kommen noch die Burschen- und die Kinderkompanie hinzu. Im Jahr 1978 wurde die Formation durch eine Kanonentruppe ergänzt.
Seit 1974 ist die Schützengilde 1593 Freienhagen e.V. Mitglied der historischen Schützengemeinschaft Waldeck, welche 1970 in Twiste gegründet wurde.

Die Gründung der Schützengilde Korbach liegt im Jahr 1377, als die Zünfte die Vereinigung von Korbacher Alt- und Neustadt erzwingen konnten. Eine frühere Gründung ist aber anzunehmen, denn bereits 1357 stiftete ein Korbacher Bürger für die Kilianskirche einen Altar, der den Heiligen "Fabian" und "Sebastian",den Schutzpatronen der Schützengesellschaften, geweiht war. Zudem wird die älteste auf dem Hauptschild des Königskleinods aufgelötete Heiligenfigur von Experten in die Zeit von 1370 datiert, was ebenfalls auf eine frühere Gründung der Schützengilde hindeutet. Der erste urkundliche Nachweis der Schützengilde ist 1556 im Pfennigmeisterbuch der Stadt Korbach zu finden.
Das Königskleinod der Schützengilde 1377 Korbach ist mit 160 erhaltenen Einzelschildchen das von der kulturgeschichtlichen Aussagekraft wohl Reichhaltigste in ganz Waldeck. Das Hauptschild des Kleinods wurde 1742 angefertigt. Auf Basis des Kleinods, historischer Protokolle und Schießbücher lassen sich die Korbacher Schützenkönige namentlich und lückenlos bis ins Jahr 1591 zurückverfolgen.
Heute besteht die Schützengilde 1377 Korbach aus 8 Kompanien. Die Mitglieder aller Kompanien fühlen sich mit den historischen Wurzeln des Jahres 1377, ihrer Stadt und ihrer Heimat fest verbunden.

Weitergehende Informationen unter www.schuetzengilde-korbach.com